Jack Carter, der Anfang vom Ende Teil 2

  • Hier einmal der zweite Teil zum Leben des Jack Carters. Diese Geschichte ist im gegensatz zu seinem Vorgänger nicht an den Haaren herangezogen,
    sondern basiert auf RP-Erlebnissen des Charakters. Jedoch baut die Geschichte auf Teil 1 auf (HIER der charmlose Eigenwerbungslink). Wie es weiter
    geht liegt nicht nur an mir, sondern daran wie ihr meinen Charakter im RP in die Ecke drängt^^.


    “Chief of Police” dachte er sich mit einem verlegenen Grinser während er sich den dritten silbernen Stern an den Hemdkragen Nähte und noch einmal
    über das neue Namensschild für den Schreibtisch polierte. Er nahm noch einmal einen kräftigen Schluck aus dem Flachmann und dachte daran, dass ihm
    das Zeug doch nicht so gut tat wie er dachte. Er steckte sich seinen Colt in den Holster, richtet sich sein Barett noch einmal im Spiegel und ging
    schließlich Richtung Parkplatz.


    Das Leben wurde mit einem Schlag plötzlich “ruhiger”, er kam kaum noch aus dem Department raus und selbst wenn er einmal raus kam, musste er
    meist nach einer Stunde schon wieder zurück. Ein wenig vermisste er den Dienst auf der Straße, die Leute die er dort kennen lernte und die Gefahr
    die um jede Ecke lauerte. Aber am meisten vermisste er die guten alten Zeiten als er beim FBI begann. Beim Profiling tat er sich immer leicht in der
    Akademie, aber der richtige Spaß begann erst nach seiner Versetzung nach Lakeside. Viele Male hatte er das Leben seiner Kollegen und der Bevölkerung
    gerettet, ohne dass diese davon überhaupt erfahren hatte. Wie zum Beispiel der Einsatz in der Plaza Garage. Eine kleine irländische Terrorgruppe hatte
    sich dort unten mit einem als Geisel genommenen Bus und einer Biologischen Bombe versteckt und drohten die Stadt zu vernichten. Gemeinsam mit
    einem kleinen Eingriffstrupp des HRT’s wurde unter seiner Leitung das Ding gestürmt, die Geiseln befreit und die Bombe entschärft. Aber zur Wahrung
    der Ruhe der Bevölkerung ging man mit diesem Ereignis nicht an die Presse.


    Auf dem Weg zum Parkplatz kamen ihm unzählige Beamte und Agents entgegen welchen er allen den Salut erwidern musste, eine Prozedur die er selber
    nicht leiden konnte, aber es gehört nunmal zum guten Ton. Am Marktplatz angekommen nahm er sich einen Moment um den Trubel um sich auszublenden
    und das hier und jetzt zu genießen. Einen Augenblick ohne das übliche “Warum ist den das so?” und “Ich bräuchte hier noch ein paar Unterschriften.”.
    Während er am Markt Streife ging begrüßten ihn einige Personen. “Hey Carter”, “Caaarter!”, “Tachjen Chief”. Phrasen die nicht zu seiner Gewohnheit
    gehörten. Früher hielt er sich eher bedeckt um keine freundschaftlichen Beziehungen zu Leuten aufzubauen, um nicht jemanden durch sein Handeln in
    Gefahr zu bringen. Zumindest nicht schon wieder. Es waren zwar bereits 9 Jahre vergangen, aber er konnte einfach nicht damit abschließen und sich
    selber vergeben. Und er befürchtete, dass er sich das nächste Mal nicht wieder fangen kann.


    Zu oft kam es wieder zu nah an ihn ran und zu viele Male kam er zu nah an die Grenze des Endes. Um sich am Boden zu halten verwendete er ungesunde
    Mengen an Alkohol und einen gelegentlichen Ausflug in die Asservatenkammer. Jedoch war dieses Sicherheitsnetz jetzt weg. Da durch den Commissionar
    regelmäßige Drogen und Alkoholtests angeordnet wurden, konnte er sich jetzt nicht mehr volllaufen lassen und zukiffen. Ein Psychiater steht für ihn
    außer Frage, da er erstens denkt das ihm bei diesem Problem keiner helfen kann und zweitens es ihm schmerzen bereitet darüber zu reden. Er konnte
    es nicht gebrauchen das mehr Leute als notwendig über seine Vergangenheit Bescheid wissen, jedoch wissen es bereits zu viele.


    Dreimal wurde er bereits in einem emotional schwachen Moment überrumpelt und plauderte aus dem Nähkästchen, zweimal kam er gefährlich nahe an
    die Grenze zwischen gut und böse und konnte sich fangen, einmal wurde es ihm zu viel und er schloss mit allem ab.


    Es sollte eigentlich ein ruhiger Tag im Büro werden, aber das änderte sich als die Frau eines vom Erdboden verschluckten ehemaligen Kollegen bei ihm
    meldete um seine alte Dienstwaffe abzugeben. Die Dame war komplett durcheinander das sie nicht einmal merkte daß sie stark am Arm blutete. Er
    organisierte eine Streife welche die beiden zum Krankenhaus begleitete, eine Streife der er sein Leben zu verdanken hat. Zwei durch Verluste geprägte
    Menschen die eigentlich nichts mehr am Boden hält außer der Schwerkraft, so wollten sie sich von genau dieser Gebrauch machen. Nach ein paar kräftigen
    schlucken aus seinem Flachmann und ein paar Zügen von ihrem guten Stoff hatten sie die nötige Kraft gesammelt und wagten den Schritt über die Kante
    des Krankenhaus in den 20 meter tiefen Abgrund. Zum Glück waren die Kollegen mit der Erstversorgung so schnell dass die beiden durchkamen. Dauerhaft
    observiert durch eine Streife verbrachten die beiden dann komplett zugekifft den restlichen Tag miteinander. Er sah einen Lichtblick, er dachte mit ihm
    geht es nun wieder Bergauf nachdem er sah das er auch ohne die Flasche Spaß haben konnte, jedoch dachte er falsch.


    Nach einem kurzen und Intensiven Besuch in der Bar mit einem der Commissionars wurde Carter wieder an einen Ort gebracht den er am liebsten nie
    wieder betreten hätte, jedoch brachte ein Special Agent ihn wieder genau dort hin. Die tiefsten Abgründe seiner Vergangenheit. An den Tag zurück als
    der Junkie ihn im Knast erkannte, an den Tag an dem er heim kam und ein leeres Haus vorfand und an seinen Rachefeldzug gegen den Mörder seiner Frau
    und seiner Tochter. Zwei Stunden lag er in einem alten Safehouse am Boden, gekrümmt von seelischem Schmerz und Selbsthass weil er nichts daran
    verhindern konnte. Jedoch half diese “Therapiesitzung”, er verließ das Safehouse mit einem neuen Ziel vor Augen. Denjenigen zur Rechenschaft ziehen
    der alles Vergeigt hat, koste es was es wolle.


    Nach der intensiven Sitzung konnte er jedoch nicht mal außer Haus gehen, fast jede Sekunde dachte er daran was gewesen ist und nie wieder sein wird.
    Knapp drei Tage blieb er zu Hause und bewegte sich nicht einmal weiter als ins Badezimmer. Aber an Tag vier fasste er seinen ganzen Mut zusammen und
    machte einen Spaziergang zum Marktplatz wo er entgegen aller erwartungen jemanden traf der ihm zum zweiten Mal einen Lichtblick am fast Pechschwarzen
    Himmel seines Lebens zeigte, die Dame mit der er gemeinsam springen wollte. Beinahe instinktiv beschlossen sie den Tag miteinander zu verbringen. Es floss
    viel Alkohol, einiges an Marihuana und gab auch vieles was ihn seinen Job kosten hätte können. Aber das war ihm alles egal, weil er etwas in seinem Leben
    verspürte was er für längst verloren hielt. Jedoch weiß er nicht wirklich etwas damit anzufangen. Er hat in der Zeit in der sie gemeinsam unterwegs waren
    kein einziges mal an seinen Schmerz gedacht, vielleicht einer der Gründe warum er ihr zur Verarbeitung ihres Verlustes sogar einen Platz bei sich im Haus
    angeboten hat. Seit sie bei ihm wohnt findet er sogar das Leben erträglicher, er kämpft sich nicht mehr mit starken Depressionen aus dem Bett, sondern hat
    sogar einen leichten Grinser im Gesicht wenn er das Haus verlässt. Jedoch plagte ihn eine Angst, jemand der ihm allmählich ans Herz wächst, kann auch ein
    genauso tiefes Loch rein reißen. Beim ersten mal als ein unglück passiert war er noch bei seiner gesamten geistigen Stärke und es riss ihn komplett zu Boden,
    sollte es diesmal wieder passieren können die Folgen katastrophal seien, da er immer noch nicht abgeschlossen hat.
    Aber ob es soweit kommen muss, steht noch in den Sternen.



    Ich bedanke mich das du es anscheinend bis hier unten durchgestanden hast.
    Wie auch beim letzten Mal sind Kritik und Verbesserungsvorschläge erwünscht.
    (Schreib- oder Grammatikfehler meinerseits dürft ihr euch ausdrucken, einrahmen und über dem Kamin aufhängen)