Jack Carter, der Anfang vom Ende

  • “Nicht schon wieder, das war definitiv einer über den Durst hinaus” war sein erster Gedanke nach dem Aufstehen. Er ging direkt ins Badezimmer um sich seine Kopfschmerztabletten zu holen und wird von der Seite von einer Flasche Whisky angelacht. Kurz ging der Gedanke durch seinen Kopf aber er ließ die Flasche stehen und warf sich nur eine Handvoll Tabletten ein. Heute nicht, dachte er sich, heute nicht. Er sah auf in den Spiegel und begrüßt sich mit einem üblichem
    “Du siehst heute aber wieder scheiße aus Jack”. Einen Satz der zur Gewohnheit wurde, ein Satz den er seit seiner Rückkehr von seinem bisher größten Undercover-Einsatzes zu sich selber sagen musste, einen Satz den seine Frau scherzend jeden Morgen gesagt hat.
    Es sollte ein kurzer Einsatz werden, rein und wieder raus. Leider hat es der Idiot geschafft sich zu verhaften lassen bevor der komplette Kinderschänder Ring komplett gesprengt werden konnte. Deshalb musste jemand undercover rein. Und ein Idiot meldete sich natürlich freiwillig, eine Entscheidung die er bald bereuen würde. Nach einem Monat hatte er die Informationen die er wollte, leider aber auch den Ruf als Agent weil keiner in der Zentrale überprüft hatte ob nicht jemand dort ist den er selber dort hin gebracht hatte. Um die Deckung nicht auffliegen zu lassen ließen sie ihn etwas länger drinnen, 11 Monate länger als gedacht. Am Tag der Entlassung freute er sich nur noch wieder heim zu seiner Frau und seiner Tochter zu kommen. Aber er fand ein leeres Apartment auf. Erst Wochen später hatte endlich Mal ein verantwortlicher den Mut ihn zu erzählen was passiert ist. Nachdem ihn dieser verdammte Junkie im Knast wiedererkannt hatte gab er die Information an die Zielperson weiter, welcher noch Kontakte nach außen hatte. Ein Monat lang wurde seine Familie vermisst und gesucht bevor sie gefunden wurde. Ein sauberer Schuss zwischen die Augen für die Frau und die Tochter wurde zum Opfer des besagten Ringes bevor sie das gleiche Schicksal ereilte. Die ganze Operation für nichts, außer einem gebrochenen Agenten der sich eine Suspendierung einhandelte nachdem er seinen Vorgesetzten krankenhausreif schlug. Der Idiot dachte sich dass er in die Fußstapfen seines Vaters beim FBI treten konnte, aber war es dieser Gedanke der ihm das einzige nahm das er liebte.
    Er ging hinaus in das Wohnzimmer, ein beinahe leerer Raum in dem nur ein Stuhl, ein Regal voller Whiskey und Bilder seiner Familie waren. Mit dem Autoschlüssel für seine schwarze 1960er Corvette verließ er um 05:30 Uhr die kleine Villa in New Lakewood und fuhr erstmal zum Trainingsgelände. An der Schranke begrüßte ihn ein Deputy von dem er dachte ihn noch nie gesehen zu haben, aber das war auch kein Wunder. In den Jahren die er bereits im Department war sah er viele Leute kommen und gehen. Für viele war er wie eine Vaterfigur da er für sie schon von Anfang an da war und zu dem gemacht hatte, was sie heute sind. Aber Jahr für Jahr wurden es immer mehr und da verlor er dann irgendwann den Überblick, wie bei diesem hier. “Guten Morgen Captain Carter.” begrüßte er ihn voller Motivation. Er musste aufpassen das ihm nicht versehentlich ein “Fick dich!” über die Lippen rutschte. “Und wie geht es Ihnen heute?” schoß aus dem unwissenden Deputy direkt im Anschluss hinaus. “Man existiert, Existenz ist Schmerz, das übliche also.” antwortete er mit dem gleichen falschen Grinser den er jedesmal bei dieser Frage aufsetzte, bei dem die Leute glaubten es handle sich um einen Scherz. Zum Glück dachten Sie das, denn das letzte was er wollte war, dass er vor irgendjemanden sein Gesicht verlor und sich dann seiner Vergangenheit stellen sollte.
    Nach einer Stunde die er den Trainees beim Schusstraining mit dem Taser zusah fing er an in Erinnerungen zu schwelgen. Die Zeit als er dachte eine Versetzung in das Sheriff Department würde ihm gut tun. Aber seitdem ging es nur noch bergab. Einer der Trainees riss ihn aus seinen Gedanken. “Verzeihung wenn ich so offen Frage Sir, aber warum sind Sie denn schon wieder hier? Sie waren gestern doch noch bis 2 Uhr in der Früh im Büro. Verstecken Sie sich etwa vor Ihrer Frau?”. “Keine Sorge mein Junge, seit der Scheidung ist es meiner Frau egal wie lange ich im Büro bin.” Eine Lüge die er sich mittlerweile schon fast selbst glaubt.
    Seit seiner Versetzung vergrub er sich selbst in Arbeit um die Realität zu verdrängen, eine Realität die er nicht akzeptieren wollte. Und um den Schmerz erträglicher zu machen begann er zu trinken. Deshalb kam es ihm gerade Recht dass er nach seiner morgendlichen Schieß Runde am Trainingsplatz nicht direkt ins HQ fahren müsste sondern vorher noch einen kleinen Abstecher in Sahra’s kleine Bar machen konnte. Nach der kleinen Aufwärmrunde für die Leber ging es ab zu dem Ort der ihm mehr schadete als jeder andere, aber ohne den er nichtmehr konnte. Tag und Nacht am arbeiten, von Montag bis Sonntag. Täglich das Leben für arme Bürger und Kollegen riskieren, ständig bereit sein eigenes bei jeder Gelegenheit für ein anderes zu geben. Jeder Psychologe hätte ihn längst für Dienstuntauglich erklärt, aber sein Psychologe wusste als einziger das es der einzige Grund ist dass er noch unter uns weilt. Mehrfach hatte er es bereits probiert, aber entweder konnte er sich selber davon abbringen, wie diesen morgen, oder es schlug fehl. Aber auch das versucht er bei seinem täglichen Hirnzellen töten zu vergessen.
    Nach einem harten Arbeitstag packte er wie jeden Abend um 2 Uhr seine Sachen und fuhr auf einen “kurzen” Abstecher zurück in die Bar. Um 4 flog er dann endlich Sturz besoffen in sein Bett.
    Bis ihn um 05:15 sein Wecker aus dem Schlaf riss.




    Hier einmal ein kleiner Einblick hinter das Konzept und die meist fröhliche Fassade des Jack Carter. Die kleine Geschichten hab ich heute und gestern nach Dienstschluss einfach mal kurz verfasst um auch anderen zu zeigen wie der Gedankenprozess hinter meinem fröhlich/verrückten Charakter ist (und weil mir nach Dienstschluss einfach Sau langweilig war).
    Kritik ist gewünscht und wenn's gut an kommt zieh ich mir die Tage vielleicht noch was aus den Fingern.
    (Der ganze Text wurde am Handy verfasst und auch gepostet, deshalb entschuldige ich mich jetzt schon falls die Formatierung im Forum Augenkrebs bereitet)
    ((Schreib- oder Grammatikfehler meinerseits dürft ihr euch ausdrucken, einrahmen und über dem Kamin aufhängen))

  • .” antwortete er mit dem gleichen falschen Grinser den er jedesmal bei dieser Frage aufsetzte, bei dem die Leute glaubten es handle sich um einen Scherz. Zum Glück dachten Sie das, denn das letzte was er wollte war, dass er vor irgendjemanden sein Gesicht verlor und sich dann seiner Vergangenheit stellen sollte.

    Oh mein Gott ist das traurig ;(;(;(
    Jetzt habe ich Carter OOC noch viel lieber <3 Und ich habe keine Kritik sonst irgendeiner Art, sehr fesselnd und herzzerreißend geschrieben!